Hatten Sie auch schon immer Probleme damit, genau die Kleidung zu finden, die ihrem persönlichen Ideal entspricht und perfekt zu Ihnen passt? Dann haben Sie vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, selbst Mode zu designen. Das macht Spaß, ist aber auch echt harte Arbeit. Diese kleine Übersicht hier soll einen Überblick über das bieten, was man beachten muss, wenn man selbst als kreativer Modedesigner aktiv werden will:
1. Schreiben Sie einen Businessplan
Verwenden Sie diesen als groben Umriss. Natürlich können Sie davon ein wenig abweichen, aber benutzen Sie diesen als Kompass. Das Wichtigste dabei ist, dass der Business Plan so genau und so realistisch wie möglich ist!
- Förderung – Wie viel Geld benötigen Sie, um Ihre Modelinie zu starten? Ziehen Sie gegebenenfalls ein Darlehen in Betracht. Haben Sie Geld für diesen Zweck gespart oder benötigen Sie einen Bankkredit? Um einen Kredit zu bekommen, müssen Sie Sicherheiten anbieten können. Lesen Sie den Rest dieses Artikels, dann machen Sie eine Liste aller Ihrer voraussichtlichen Kosten (Material, Herstellung, Lieferung, Ausrüstung, Werbung, Marketing, etc.).
- Recherche – Wer ist Ihre Konkurrenz? Was ist Ihr Zielmarkt? Besorgen Sie sich vielleicht sogar einen Job in einem Einzelhandelsgeschäft welches auf Ihre Zielgruppe ausgerichtet ist. Beobachten Sie, was dort gekauft wird. Für wie viel denken Sie, könnten Sie Ihre Entwürfe auf Einzelhandels- bzw. Großhandelsebene verkaufen? Hören Sie sich um, holen Sie sich Feedback ein. Sprechen Sie mit Ladenbesitzern und auch potenziellen Kunden. Finden Sie Kleidungsmuster, die dem ähnlich sind, was Sie zu designen planen – wo und für wie viel werden diese verkauft?
- Profitabilität – Wollen Sie dies als Vollzeitbeschäftigung ausüben? Wie viele Jahre sind Sie bereit zu warten, bevor Ihr Unternehmen anfängt Gewinn zu erwirtschaften und Ihnen damit ein festes Gehalt geben kann? Oder möchten Modedesign eher als Nebenschäftigung betreiben, welche, wenn sie dann Geld bringt, einen hübschen Bonus darstellt? ODer legen Sie einfach mehr Wert darauf, durch Mode ihre Meinung und Gefühle auszudrücken, währen die Rentabilität zweitrangig ist? Sie werden wahrscheinlich in den ersten 4 Saisons mehr Geld ausgeben, als Sie verdienen, aber sobald Sie sich gut etabliert haben, können Sie möglicherweise mit Hilfe einer Finanzierung durch Businessangels, Prominente oder Vorbestellungen Ihr Geschäft ausbauen.
- Rechtliches – Entscheiden Sie sich, welche Rechtsform Ihr Unternehmen haben soll (OHG, GmbH, etc.). Überlegen Sie, welche wichtigen Stellen (Gewerbeamt, das Finanzamt, die IHK, das Handelsregister oder die Berufsgenossenschaft) sie dafür kontaktieren müssen.
- Ihr Markenname und Ihr Firmenname können (und sollten) unterschiedlich sein. Der Name Ihrer Firma könnte zum Beispiel Ihre Initialien oder eine Variation Ihres eigenen Namens sein. Der Name Ihrer Kollektion kann jedoch gern freier und kreativer gwählt werden und den Stil ausdrücken, den Sie gern designen möchten.
- Fragen Sie denjenigen, der Ihre Modelinie herstellt, ob es irgendwelche Einschränkungen gibt, wie zum Beispiel dass bestimmte Farben nicht gedruckt werden können. Wenn Sie eine T-Shirt-Kollektion herausbringen, erfragen Sie folgende Informationen von Ihrem Drucker: Größenspezifikationen der Designs (wie groß sie sein können), die Art der T-Shirts auf die Sie gerne drucken möchten und das Gewicht und die Qualität des Stoffes (z. B. eignet sich dünnerer und günstigerer Stoff besser für Sommerkleidung)
- Details sind alles – Wenn Sie Ihre Skizzen anfertigen, erstellen Sie ein Layout, welches jede Einzelheit deutlich hervorbringt und die korrekte Terminologie verwendet. Falls Sie die richtigen Fachbegriffe nicht kennen, finden Sie ein passendes Foto und zeigen Sie es dem Hersteller um zu fragen, wie dies genannt wird.
- Kollektionen werden in der Regel für jede Saison erstellt. Die meisten Kaufhäuser kaufen die Modelinien zwei Saisons im Voraus, während kleinere Läden da flexibler sind. Trotzdem müssen Sie den jeweiligen Zeitaufwand für Design, Produktion und Logistik korrekt planen.
- Um Herstellern zu finden, suchen Sie im Internet nach “Bekleidungshersteller” oder ähnlichen Begriffen. Viele nutzen Bekleidungshersteller im Ausland, weil die Kosten dort niedriger sind. Fragen Sie nach, wie schnell man Ihnen erste Muster senden kann.
- Wenn Sie wissen wie man näht, sind Sie in der Lage, die Muster und Prototypen selbst zu erstellen. Sich mit jemandem zu beratschlagen, der ein Experte im Nähen von Kleidung ist, ist eine gute Alternative.
- Schreiben Sie eine Pressemitteilung und senden Sie diese an lokale Zeitungen und Zeitschriften.
- Kaufen Sie Anzeigen in Zeitungen und auf Websites, die Menschen in Ihrer Zielgruppe lesen.
- Werden Sie Sponsor von Ereignissen, die auf Ihre Zielgruppe abgerichtet sind.
- Bemühen Sie sich um einen Prominenten oder versuchen Sie die bekannteste Person, die Sie kennen, dazu zu bringen, Ihre Sachen zu tragen. Überlassen Sie Ihnen die Kleidung kostenlos.
- Bauen Sie Geschäftsbeziehungen mit Websites und Blogs auf, die Aufmerksamkeit auf Ihre Marke und Ihre Website lenken können.
- Seien Sie selbst ein lebendiges Werbeschild. Tragen Sie Ihre Mode selbst und erfragen Sie die Meinung ihrer Mitmenschen dazu. Schreiben Sie jede noch so schlechte Kritik auf und verarbeiten Sie diese in Ihren neuen Entwürfen. Nutzen Sie die Leute als ein Marketing- und Design-Team, das Sie nichts kostet. Da Geld am Anfang ein knappes Gut ist, sollten Sie jede solcher Gelegenheiten nutzen.
2. Wählen Sie einen Namen
Überlegen Sie sich viele verschiedene Logos und entscheiden Sie sich für eines. Vergewissern Sie sich jedoch, dass Sie sich für das richtige entschieden haben. Die Leute werden Sie an Ihrem Logo erkennen, daher können ständige Änderungen daran zu Verwirrungen führen. Prüfen Sie nach, ob es für den Namen, den Sie ausgewählt haben, noch einen freien Domainnamen gibt und schauen Sie in das deutsche Markenregister, ob es hierzu schon Eintragungen gibt.
3. Entwerfen Sie die Kleidung
Dies ist für die meisten Menschen der schönste Teil. Leider stellt dies nur 10 bis 15% des Gesamtprozesses dar. Fertigen Sie Skizzen an, versuchen Sie Feedback dazu zu erhalten und entscheiden Sie sich, welche Entwürfe Ihre erste Kollektion bilden sollen. Wählen Sie passende Stoffe und Materialien aus.
4. Produzieren Sie die Entwürfe
Bringen Sie Ihre Skizzen zu einer Schneiderin, einem Hersteller oder einem Siebdrucker. Typischerweise wird ein Prototyp oder Muster erstellt, so dass Sie sicher sein können, dass die Kleidung so hergestellt wird, wie Sie es sich vorstellen. Was auch passiert, stellen Sie auf jeden Fall viele Fragen und lassen Sie sich alles schriftlich geben.
5. Erstellen Sie eine Website
Vergewissern Sie sich, dass diese professionell wirkt und ihre Modekollektion in dembest möglichen Licht erscheinen lässt. Geben Sie Ihre Kontaktinformationen an, damit Geschäfte oder andere Händler Kontakt zu Ihnen aufnehmen können. Wenn Sie den Leuten die Möglichkeit einräumen möchten, Ihre Mode direkt auf Ihrer Website kaufen zu können, müssen Sie einen Shop mit Warenkorbsystem einrichten. Achten Sie darauf, dass die Kunden dann auch mit Kreditkarte zahlen können.
6. Werben Sie für Ihre Kollektion
Diese Kosten können sich auf die Tausende belaufen und das nur für ein Jahr.
7. Nehmen Sie Bestellungen an
Verkaufen Sie Ihre Mode bei Festen, Märkten und an alle die Sie kennen. Machen Sie Termine mit lokalen Geschäften aus und überzeugen Sie diese davon, Ihre Modelinie in ihr Sortiment aufzunehmen. Bieten Sie Ihre Kleidung im Internet an. Drucken Sie einen Katalog und versenden Sie diesen an Bekleidungsgeschäfte und potentielle Kunden. Sie können auch zu einer Modemesse fahren, wenn es Ihre finanziellen Mittel erlauben.
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