Modelexikon: Garn, Gummistrümpfe und Gürtel




Garn


Wichtigstes Bindeglied zwischen Rohstoff und Textilware und Grundmaterial für Weberei, Wirkerei, Näherei. Garn wird gesponnen. Schon im frühen Altertum kannte man die Kunst, Flachs, Wolle, Baumwolle und Seide zu einem “unendlichen” Faden zusammenzudrehen, anfangs mit der Handspindel, später mit dem Spinnrad. In vielen Märchen ist die Spindel Gegenstand dramatischen Geschehens (Dornröschen, Frau Holle, Rumpelstilzchen), und immer sind es Frauen, die damit hantieren. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in England die Spinnmaschine erfunden, die nicht nur produktiver war, sondern auch feineres und gleichmäßigeres Garn herstellen konnte. Aus Baumwollgarn werden Baumwollgewebe verschiedener Sorten hergestellt. Leinengarn ist als Zwirn das festeste Nah- und Spitzengarn (Kloppelgarn). Bei Wollgarn unterscheidct man den rauheren Faden des Streichgarns zur Herstellung von tuchartigen Geweben und den glatten, fester gedrehten Faden des Kammgarns. Außerdem gibt es Wollgarne für Strickerei und Wirkerei. Seidengarn aus den Kokonfasern der Seidenraupe wird zu Seidengeweben verarbeitet. Neben den glatten Garnarten gibt es sogenannte Effektgarne aus gemischten Gespinsten, z. B. Bouclé-, Noppen- und Frotteegarne. Zu den natürlichen Fasern kommen die verschiedensten Chemiefasern mit unterschiedlicher Verarbeitung.


Gummistrümpfe


Orthopädischer Artikel zur Therapie und Prophylaxe gegen Krampfadern und ihre Folgen. Es gibt Gummisocken, Kniestrümpfe und lange Gummistrümpfe; einzügig, d. h. nur in der Längsrichtung dehnbar, und zweizügig, d. h. in Längs- und Querrichtung dehnbar. Früher wurden nur Gummistrümpfe in Hautfarbe angeboten, die unter die üblichen Strümpfe gezogen wurden. Nach Stärke des verarbeiteten Gummifadens heißen die groberen “Silber”-, die feineren “Gold”-strümpfe. Seit einigen Jahren bieten die Spezialgeschäfte lange wie auch knielange nahtlose Gummistrümpfe und Gesundheitsstrümpfe in modischen Strumpffarben an, die sowohl eine orthopädische wie kosmetische Wirkung haben und wie die üblichen Silastikstrümpfe aussehen. Schwangeren Frauen, die Veranlagung zu Krampfadern haben, sind diese Strümpfe besonders zu empfehlen, ebenso Frauen in Berufen, bei denen die Beine durch langes Stehen sehr belastet sind.


Gürtel


Wohl das älteste und wichtigste Beiwerk dor Mode, dazu bestimmt, die Weite eines Kleidungsstückes zusammenzunehmen und es zugleich zu schmücken. Die Frauen der Antike trugen den Gürtel meist tief auf den Hüften aufsitzend (die “verrutschte” Taille ist keineswegs eine modische Neuerung der Gegenwart), und Funde aus der Bronzezeit beweisen, daß die Damen jener Zeit sich mit reizvollen Metallgürteln schmückten. Mit Entwicklung der Schneidertechnik wurde das lose Gewand von dem in Form geschnittenen Kleid abgelost; damit entfiel auch die eigentliche Funktion des Gürtels, nicht aber seine Bedeutung als modisches Utensil. Auch in unserer heutigen, im Vergleich zu anderen Epochen sehr schmucklosen Mode gehört der Gürtel zu den wichtigsten Gestaltungselementen. Form, Farbe, Material spielen dabei eine ebenso gro£e Rolle wie das Wo und Wie. Bei Gürteln, die aus dem gleichen Material wie das Kleidungsstück gearbeitet sind, unterscheidet man formgeschnittene, Binde- und Montagegürtel. Ob der Gürtel die Taille fest umschließt, ob er lose gebunden auf der Hüfte aufsitzt, entscheidet nicht allein diese oder jene modische Strömung, sondern richtet sich vor allem nach den Proportionen jeder Figur. Im allgemeinen sind schmalere Gürtel den breiteren vorzuziehen. Stärkere Figuren sollten auf Gürtel in auffallender Farbigkeit verzichten, da sie als Blickpunkt bei runder Taille wenig angebracht sind.

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